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Schülergespräch

iCalendar-Icon Fr 15.02.2013

Ort: Ludwig-Meyn Gymnasium, Uetersen

Bei seinem Besuch im Ludwig-Meyn-Gymnasium informierte Reimer Böge Schülerinnen und Schülern des 12. und 13. Jahrgangs auch über die aktuellen Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen.

„Meine Begeisterung über die Ergebnisse zum Mehrjährigen Finanzrahmen des jüngsten EU-Gipfels den hält sich in Grenzen. Der EU-Haushalt wird trotz zusätzlicher politischer und rechtlicher Verpflichtungen der Union gegenüber 2007-13 real um 3,4 % gekürzt. Zwar sollen Zukunftspolitiken durch Umverteilungen auf Kosten der Agrarpolitik und der Strukturförderung gestärkt werden. Die Aufstockungen in der Forschung, bei Erasmus, den Energie-, Transport- und digitalen Netzen sowie in der Außenpolitik sind aber viel zu gering, um unseren Zielen und Verpflichtungen gerecht zu werden. Darüber hinaus wurde die überfällige Reform der Einnahmeseite vertagt und das unfaire und intransparente Beitragssystem durch zusätzliche Rabatte und Sonderregelungen für einzelne Mitgliedstaaten weiter verkompliziert."

Bericht des Schülers Daniel Kölbl:

Europa Vorort!
- Reimer Böge zu Besuch am Ludwig-Meyn-Gymnasium in Uetersen

„Meine Begeisterung über die Ergebnisse zum Mehrjährigen Finanzrahmen des jüngsten EU-Gipfels hält sich in Grenzen.“, erklärt Reimer Böge, Mitglied des Europäischen Parlaments, nüchtern auf die Schülerfrage, wie er das Ergebnis des EU-Ratstreffens vom 07. und 08. Februar zum Mehrjährigen Finanzrahmen für 2014 bis 2020 einstufe. Der designierte Landesvorsitzende der Nord-CDU, der selbst von 2007 bis 2009 Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Europäischen Parlament war, weiß weiter: Der EU-Haushalt wird trotz zusätzlicher politischer und rechtlicher Verpflichtungen der Union gegenüber 2007 bis 2013 real um 3,4 % gekürzt. Zwar sollen Zukunftspolitiken durch Umverteilungen auf Kosten der Agrarpolitik und der Strukturförderung gestärkt werden. Die Aufstockungen in der Forschung, bei Erasmus, den Energie-, Transport- und digitalen Netzen sowie in der Außenpolitik sind aber viel zu gering, um unseren Zielen und Verpflichtungen gerecht zu werden. Darüber hinaus wurde die überfällige Reform der Einnahmeseite vertagt und das unfaire und intransparente Beitragssystem durch zusätzliche Rabatte und Sonderregelungen für einzelne Mitgliedstaaten weiter verkompliziert."

„Die Kanzlerin hat doch diesen Mehrjährigen Finanzrahmen erst kürzlich für Deutschland ausgehandelt? Diese Äußerung von Reimer Böge wird der Kanzlerin gewiss nicht gefallen.“, denkt dabei vielleicht der eine oder andere Schüler in der gut gefüllten Aula des Ludwig-Meyn-Gymnasiums. Rund 120 Schüler aus dem 12. und 13. Jahrgang sind mit ihren im Unterricht vorbereiteten Fragen über das politische Geschehen in Europa zusammengekommen, um sich über Europa zu informieren. Europa, das sonst manchmal so weit weg, kompliziert und bürokratisch erscheinen mag, ist für die Pennäler auf einmal ganz nah und vor allem ansprechbar.

Ermöglicht hat dies der angehende Abiturient Daniel Kölbl, der Reimer Böge am Rande einer anderen Informationsveranstaltung über die Europäische Union im Herbst des letzten Jahres an das Ludwig-Meyn-Gymnasium eingeladen hat.

Daniel Kölbl hierzu: „In Zeiten, in denen wir öffentlich über Politikverdruss diskutieren und sich viele Bürgerinnen und Bürger fragen, was in Brüssel eigentlich vor sich geht, ist es umso wichtiger den persönlichen Kontakt zu den Abgeordneten zu suchen. Sie sind von uns gewählt und entscheiden in Brüssel über uns. Und wir entscheiden bei der nächsten Wahl wieder über ihre politische Zukunft. Daher sollten wir uns darüber informieren, was sie denken und wie sie entscheiden.“

Auch Reimer Böge äußert sich positiv gegenüber der Einladung. Schulbesuche seien einer seiner Lieblingstermine. Schließlich seien Schüler oft besonders interessiert, erklärt er lächelnd vor dem Schülergespräch.

Als dann die zweieinhalbstündige Schülerdiskussion beginnt, bewahrheitet sich Reimer Böges These der interessierten Schüler. Nach einem kurzen Eingangsstatement über die aktuelle politische Lage in Europa ist Reimer Böge gefragt. Von einem möglichen EU-Betritt der Türkei, über Finanzhilfen für Griechenland oder einem möglichen Demokratiedefizit in der EU bis hin zur Privatisierung des Wassers wird diskutiert. Viele der Schüler nutzen die Chance, Antworten auf die Fragen zu bekommen, die Ihnen die Medien nicht bieten können.

Zum Ende hin ist jedoch noch einmal die Kreativität Reimer Böges gefragt. Daniel Kölbl, Moderator des Schülergesprächs, hatte nämlich noch einige Satzanfänge vorbereitet, die er Reimer Böge bat zu vervollständigen. Ein leichtes Schmunzeln kommt in der Aula auf, als der CDU-Abgeordnete mit der Vorgabe konfrontiert wird: „Ich mag an Peer Steinbrück... .“ Daraufhin beendet Reimer Böge den Satz mit: „... seine Forderung nach mehr Beinfreiheit.“

„Durch Reimer Böges jahrelanger politischer Erfahrungen konnten wir einen interessanten Einblick in Europa gewinnen. Die Sicht eines Abgeordneten ist immer besonders interessant, da er besonders mit den Entscheidungswegen und den letztendlichen Entscheidungen in der Politik vertraut ist. Man bekommt die Informationen aus erster Hand“, evaluiert Daniel Kölbl zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung.