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Meldung 401 von 407

Fr 05.12.1997

Offenbarungseid der Briten in Sachen BSE

"Die jüngste Ankündigung der Regierung in London, ein Verkaufsangebot über britisches Rindfleisch am Knochen zu verhängen, ist für mich der endgültige Zusammenbruch der von Anfang an falschen britischen Ideologie, einen Teil eines potentiell infizierten Tieres als gesundheitsgefährdend und den anderen Teil als gesund zu definieren", erklärte der BSE-Experte im Europäischen Parlament, der schleswig-holsteinische CDU-Europaabgeordnete Reimer Böge. Wie der Abgeordnete weiter mitteilte, habe er während seiner Arbeit im BSE-Untersuchungsausschuß sowie im nachfolgenden BSE-Kontrollausschuß des Europäischen Parlaments immer wieder betont, daß es dem Verbraucher auf Dauer nicht zu vermitteln sei, daß er einen Teil des Tieres mit Genuß verzehren könne, während der andere Teil desselben Tieres risikobehaftet sei. Es könne nur ein entweder oder geben, dazwischen liege nichts, unterstrich der Abgeordnete. Der BSE-Kontrollausschuß hatte u.a. auch die Forderung erhoben, daß sich die Definition von BSE-sicheren Herkunftsgebieten nach den OIE-Standards (Nullrisiko, low risk- and high risk- Herkunftsgebiet) nicht nur auf Drittstaaten erstrecken dürfe, sondern auch innerhalb der Europäischen Union angewandt werden müsse, um das regional unterschiedliche Risikopotential anzuerkennen und diesem Rechnung zu tragen. "Die neue Entwicklung in Großbritannien unterstreicht die Notwendigkeit, eine solche Definition zu bekommen und dies auf schnellstem Wege", erklärte der Europaabgeordnete. Vor diesem Hintergrund sei es dringend erforderlich, daß der Ständige Veterinärausschuß und die EU-Kommission in der kommenden Woche die Kommissionsentscheidung vom 30.07.1997 zum sogenannten Risikomaterial grundlegend korrigiere und damit der unterschiedlichen Situation in den Mitgliedstaaten im Hinblick auf BSE Rechnung trage.