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Meldung 339 von 406

Do 22.03.2001

Notimpfung gegen Maul-und Klauenseuche muß sein!

Der schleswig-holsteinische CDU-Europaabgeordnete Reimer Böge forderte heute in Brüssel angesichts der aktuellen Gefährdungssituation der Tierbestände wegen der Maul-und Klauenseuche (MKS) eine radikale Veränderung der bisherigen Strategie. Großbritannien habe eingestehen müssen, daß die Verbreitung von MKS im Vereinigten Königreich wohl über einige Wochen hinweg nicht gestoppt werden könne und die weitere Entwicklung nicht einschätzbar sei. Mit dem Auftreten von MKS in den Niederlanden sei eine neue Dimension erreicht.

Böge sagte dazu: Wer nicht bereits am ersten Tag der Erkennung von MKS radikal vorgeht, hat schon verloren. Es muß Schluß sein mit der europäischen und internationalen Ächtung von Notimpfungen. Wir kennen den Virusstamm, wir haben dem Impfstoff und wir wissen, daß die Situation nicht mehr beherrschbar ist. Wer jetzt nicht impft, übernimmt eine große Verantwortung. Es könne nicht angehen, so Böge weiter, daß durch eine verspätete Entscheidung zur Notimpfung Tiere zu spät geimpft würden und die Seuchenbekämpfung aus dem Ruder laufe. Böge wies auch darauf hin, daß beispielsweise in Deutschland mit früheren Impfprogrammen vorhandene Virusstämme erfolgreich bekämpft worden seien.

In der Bundesrepublik hatte es von 1952 bis 1967 etwa 86 500 Ausbrüche von MKS gegeben, nach Einführung der Impfung bis 1990 lediglich 50 Fälle. Auf Initiative der Abgeordneten Bocklet, Böge und Hoppenstedt hatten sich die CDU/CSU-Abgeordneten im Europäischen Parlament im April 1990 gegen die generelle Abschaffung der Impfung gegen MKS ausgesprochen.

Böge wies darauf hin, daß nach einer Impfung bis zur Immunisierung der Tiere knapp drei Wochen vergehen würden: Wer in dieser offenkundigen Notsituation nicht sofort impft, riskiert einen Flächenbrand, erklärte der Europaabgeordnete abschließend.