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Meldung 346 von 410

Mi 28.02.2001

Nachtragshaushalt 2001

BSE-Krise: Folge von staatlichem Versagen in den vergangenen Jahren - Die Fehler holen uns jetzt ein

"Die EVP-ED-Fraktion wird dem Nachtragshaushalt 2001 notwendigerweise und in Ermangelung fehlender Alternativen zustimmen", hat heute der stellv. Vorsitzende des EP-Haushaltsausschusses, der CDU-Europaabgeordnete Reimer Böge, für seine Fraktion im Plenum des Europäischen Parlamentes erklärt. Aufgrund der Krisensituation in der Landwirtschaft müsse jetzt schnell gehandelt werden. "Die BSE-Krise ist auch eine Folge von staatlichem Versagen der Mitgliedstaaten in den vergangenen Jahren; die Fehler holen uns jetzt ein", warf Böge den EU-Mitgliedstaaten vor. Es bestehe daher die gemeinschaftliche Verantwortung für die Krisenbekämpfung. Böge warnte davor, an der "Panikspirale" zu drehen. Seriöses Handels sei jetzt gefordert. "Ich möchte nur daran erinnern, daß uns die Agenda 2000 als europäische Geschäftsgrundlage bis 2006 gepriesen wurde. Jetzt, bei der ersten Krise in der europäischen Landwirtschaft, erweist sich die Agenda als anfällig."

Der Unionspolitiker warb ebenso dafür, gerade im Hinblick auf die Osterweiterung der Europäischen Union und der anstehenden Welthandelsrunde, die gemeinsame Agrarpolitik weiterzuentwickeln. "Dabei müssen eine schonende Ressourcenverwendung sowie der technische Fortschritt und die Ökonomie berücksichtigt werden."

Böge forderte die Staats- und Regierungschefs auf, bei ihren Gipfeltreffen in Stockholm, sich ernsthaft mit der Krise in der europäischen Landwirtschaft zu befassen und ehrliche Antworten zu finden. "Die Krise ist groß genug, die Mitgliedstaaten müssen künftig ihre Hausaufgaben schneller erledigen."

Abschließend erklärte Böge, daß endlich damit aufgehört werden müsse, die berufliche Integrität der Landwirte in Frage zu stellen. "Denn letztendlich sind es die Mitgliedstaaten, die zu spät gehandelt haben. Wird jetzt nicht bald etwas geschehen, wird es in kürze die Hälfte der rinderhaltenden Betriebe in Europa nicht mehr geben", so der CDU-Haushalts- und Landwirtschaftsexperte.