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Meldung 326 von 387

Fr 02.02.2001

Bischof Kohlwage betreibt geistliche Brandstiftung

Als ich heute morgen in der Presse die Äußerung von Bischhof Kohlwage vor der gestrigen nordelbischen Synode im Zusammenhang mit dem Aufkauf und der Schlachtung von 400.000 Rindern in Deutschland las, war ich zutiefst schockiert. Herr Kohlwage sprach von einer blanken Gotteslästerung. Mit solchen Entgleisungen betreibt Bischof Kohlwage geistliche Brandstiftung, die ich auf das Schärfste verurteile, das erklärte der schleswig-holsteinische CDU-Europaabgeordnete Reimer Böge anläßlich einer BSE-Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für das landw. Beratungswesen der Kreise Steinburg und Pinneberg in Brande.

Im Zusammenhang mit der anstehenden Schlachtung der Rinder führte Reimer Böge weiter aus, daß es sich bei den Rindern um ältere Milchkühe von über 30 Monaten handele, die ohnehin zur Schlachtung am Ende ihrer Nutzung anstünden und für die es national und international auf Dauer keinen Markt mehr gebe. Es sei also keine Tötung aus Willkür.

Reimer Böge verwies auch auf den Prionen-Experten Prof. Charles Weissmann, in dessen Züricher Labor der Prionics-BSE-Test entwickelt wurde. Dieser habe u.a. empfohlen, keine Tiere, die älter als 30 Monate seien, für den Konsum zuzulassen.

Zur aktuellen Diskussion um die Keulung ganzer Herden erklärte der Europaabgeordnete u.a.:

  • Es gibt keine Verordnung der Europäischen Union, die zwingend eine Tötung der gesamten Herde vorschreibt. Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss der EU hat in seinen Vorschlägen die sogenannte Kohorten-Lösung genannt, d.h. Keulung eines Jahrgangs oder einer Tiergruppe, der das gleiche Futter verabreicht wurde. Wir wissen aber noch nicht, ob Auslöser der deutschen BSE-Fälle infektiöses Material im Milchviehfutter oder verunreinigtes Tierfett im Kälbermilchaustauscher gewesen ist.
  • Im Vereinigten Königreich mit immerhin 180.000 identifizierten BSE-Fällen keult man nicht die ganze Herde, sondern lediglich die Tiere aus derselben Futtergruppe. Ansonsten dürfen Milch und auch Fleisch aus diesen Betrieben im Vereinigten Königreich verkauft werden und der Verbraucher akzeptiert dies im Wesentlichen. Tiere im Alter von über 30 Monaten werden getötet und vernichtet.
  • In der Schweiz ging man 1999 von der Keulung ganzer Herden auf die selektive Kohortentötung (Jahrgang und Nachkommen) über und man glaubt, damit im Wesentlichen die möglichen BSE-Fälle erfassen zu können und zudem eine ökonomischere Lösung zu haben. Ein Grund dafür ist vielleicht das im Vergleich zu Großbritannien niedrigere Infektionspotential.
  • Für Deutschland heißt dies, eine ehrliche Debatte über vorhandene Alternativen zu führen. Denn für betroffene Betriebe bietet eine monate- oder jahrelange Quarantäne und ein Produktionsverbot bzw. eine Nichtabnahme vom Fleisch jüngerer Tiere oder die Ächtung der Milch keine Zukunftsperspektive. Es gibt deutliche Hinweise, daß die Milchwirtschaft und die Lebensmittelketten Milch aus einem BSE-Betrieb nicht abnehmen wollen. Das ist das Riesenproblem in Deutschland.