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Meldung 385 von 424

Do 04.11.1999

Europäischer Schiffbau braucht faire Wettbewerbsbedingungen

Der schleswig-holsteinische CDU- Europaabgeordnete Reimer Böge hat heute in Kiel den 1. Europaweiten Werftenaktionstag am morgigen Freitag, der auf die schwierige Lage innerhalb der europäischen Schiffbauindustrie hinweisen soll, ausdrücklich begrüßt. Die europäischen Werften leiden besonders unter der aggressiven Akquisition der südkoreanischen Werften um Neuaufträge. Die Werften in Südkorea kontrahieren Neubauaufträge zum Teil sogar zu Preisen, die nicht einmal die Materialkosten decken, erklärte der Abgeordnete.

Seiner Auffassung nach könnten die Werften dies nur tun, weil die südkoreanische Regierung die durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) gewährten Kredite direkt oder indirekt zur Unterstützung der südkoreanischen Werften einsetze. Diese Praktiken verzerren den globalen Wettbewerb um Schiffbauaufträge zu Lasten der europäischen Werften in unerträglicher Weise und führen Hilfen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union über den Internationalen Währungsfonds ad absurdum, kritisierte Reimer Böge.

In diesem Zusammenhang forderte der Europaabgeordnete insbesondere die Bundesregierung auf, mit großem Engagement über den IWF darauf hinzuwirken, daß die Finanzhilfe für die Republik Korea nicht mehr für die geschilderte Praxis der Werftenunterstützung eingesetzt werde.

Gleichzeitig kündigte Reimer Böge eine Initiative seiner Fraktion an, innerhalb der November-Plenartagung des Europäischen Parlaments (15.-19.11.) eine Erklärung der EU-Kommission über die Zukunft des europäischen Schiffbaus zu erwirken. Der EU-Industrieministerrat werde sich am 9. November 1999 mit diesem Thema befassen.

Der Europaabgeordnete erinnerte auch daran, daß das Europäische Parlament am 13. Januar 1999 dem Abschluß des Rahmenabkommens über den Handel und die Zusammenarbeit zwischen der EU und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Korea andererseits nur im Hinblick auf dessen Artikel 8 zugestimmt habe. In diesem Artikel verpflichten sich die Vertragsparteien, im Einklang mit dem OECD-Abkommen über den Schiffbau auf wettbewerbsverzerrende Maßnahmen zur Unterstützung ihrer Schiffbauindustrie zu verzichten.