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Meldung 208 von 407

Do 05.03.2009

Europäische Programme fördern Bildung und Forschung auch in Schleswig-Holstein

Der schleswig-holsteinische Europaabgeordnete und stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Reimer Böge hat auf einer Informationsveranstaltung des CDU-Ortsverbandes Henstedt-Ulzburg auf die wachsende Bedeutung Europas für die zukunftsorientierten Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Bildung hingewiesen. "Mit der Einigung auf den aktuellen Finanzrahmen 2007-2013 konnte das Europäische Parlament (EP) zahlreiche Neuerungen für die zukunftsweisenden Bereiche der EU durchsetzen", so Böge. "Diese Änderungen bringen auch einen konkreten Mehrwert für den Wirtschafts- und Ausbildungsstandort Schleswig-Holstein."

Hierfür nennt Böge drei Beispiele:

  • Erstens: Die nun neu geschaffene Struktur und Finanzierung der EU-Bildungsprogramme des Lebenslangen Lernens (COMENIUS, ERASMUS, LEONARDO DA VINCI etc.) biete den Menschen in Schleswig-Holstein eine wichtige zusätzliche Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung. "Auch bislang nicht erreichte Personen- und Berufsgruppen dürfen sich jetzt durch unsere Programme angesprochen fühlen ", so Böge. Im Rahmen der Verhandlungen mit Rat und Kommission zur Finanziellen Vorausschau 2007-2013, für die Reimer Böge der zuständige Berichterstatter des EP war, habe er 800 Millionen Euro zusätzlich für die europäischen Bildungsprogramme durchsetzen können. Damit seien jetzt für den Gesamtzeitraum 6,9 Milliarden Euro geplant.
  • Zweitens: Im März 2000 verständigte sich der Europäische Rat von Lissabon über das ambitionierte Ziel, die EU bis zum Jahre 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu entwickeln. "Das EP trug diesen Anspruch Rechnung und sorgte für eine Veränderung der Struktur des neuen 7.Forschungsrahmenprogramms (FP7), das sich stark von der des sechsten FP unterscheidet," so Böge. "Für das neue FP7 wird für die Laufzeit 2007–2013 ein Gesamtbudget von ca. 50 Mrd. bereitgestellt. Mit unserem neuzugeschnittenen FP7 wollen wir uns den grundlegenden Fragen unserer Wissensgesellschaft stellen", betont Böge. Das FP7 habe ein im jährlichen Durchschnitt um 41% höheres Budget als FP6 (Preisniveau 2004), umfasse jedoch auch Themenbereiche, welche im abgelaufenen Programm noch nicht eingegliedert waren. Die Laufzeit sei erstmalig nicht vier Jahre sondern sieben, gekoppelt an die finanzielle Vorausschau. Das FP7 sei in vier Spezifische Programme unterteilt, von denen das spezifische Programm Zusammenarbeit (Cooperation) das Kernstück bilde. Es sei mit einer Gesamtsumme von 32,4 Mil. Euro ausgestattet. Unterstützt würden Forschungsprojekte, in denen Partner aus unterschiedlichen europäischen Ländern neues Wissen in vorgegebenen Themenbereichen schafften. Im Vordergrund stehe dabei die gesellschaftliche Verwertbarkeit der Resultate.
  • Drittens: Im Sinne der zukünftigen internationalen Konkurrenzfähigkeit Schleswig-Holsteins müssten Verkehrswege ausgebaut und verkürzt werden. Dazu gehöre, teilte der schleswig-holsteinische Abgeordnete weiter mit, eine feste Fehmarnbeltquerung . Zur Realisierung dieses ambitionierten Vorhabens sollen insgesamt mit 374,29 Mil. Euro aus europäischen Mitteln kommen. Böge betont, dass den Bürgern in Schleswig-Holstein und Skandinavien durch die gute Zusammenarbeit der europäischen Institutionen, die vom EP erwirkt worden sei, ein konkreter Mehrwert entstünde: "Verkehrswege werden abgekürzt, Wartezeiten entfallen und Arbeitsplätze entstehen".

Zusammenfassend erklärte Böge heute in Henstedt-Ulzburg: "Ohne die EU wären wir in Zeiten der Globalisierung nicht mehr konkurrenzfähig. Die rasante Globalisierung und ihre Folgen wie die derzeitige Wirtschaftskrise fordert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, sich neu zu positionieren – Europa neu zu denken. Wir alle in Europa sind gut beraten, uns sehr intensiv Gedanken darüber zu machen, wo die EU heute steht, und vor allen Dingen darüber, wie sie sich in Zeiten zunehmender Vernetzung in der Welt weiterentwickeln soll. Wir haben nicht viel Zeit, Europa für die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen der Globalisierung fit zu machen. Dieses gemeinsame Interesse von 500 Millionen europäischen Bürgern darf nicht auf der Strecke bleiben. Entweder wir schaffen es, uns gemeinsam - auch im internationalen Handel - zu positionieren oder andere werden über unsere Anliegen über unsere Köpfe hinweg entscheiden", so der CDU-Europaabgeordnete abschließend.