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Meldung 258 von 406

Fr 15.12.2006

Europäisches Parlament setzt sich für Biokraftstoffe und Biomasse ein

Die Annahme des Initiativberichts "Strategie für Biokraftstoffe und Biomasse" durch das Europäische Parlament wird vom schleswig-holsteinischen Europaabgeordneten Reimer Böge (CDU) begrüßt. „Besonders die Forderung nach einem gemeinsamen EU-Markt für Biomasse bietet Chancen für die schleswig-holsteinische Agrarwirtschaft. Denn nachwachsende Rohstoffe spielen traditionell in der schleswig-holsteinischen Agrarpolitik seit langem eine wichtige Rolle," betonte der Abgeordnete in diesem Zusammenhang.

Wie er weiter mitteilte, beschäftige sich der Initiativbericht außerdem mit der Einspeisung von Biogas in das europäische Gasnetz und den technischen Normen für Biokraftstoffe. Insgesamt fordere der Bericht eine verstärkte Nutzung dieses erneuerbaren Energieträgers. Besonders das durch intensive Forschungsaktivitäten entwickelte Verfahren der Pyrolyse, bei dem Biokraftstoff der so genannten zweiten Generation entstehe, biete hier gute Zukunftsperspektiven, selbst die Möglichkeit, bisherige Abfälle energetisch zu nutzen. Des Weiteren werde die Kommission aufgefordert, einen Kompromiss zwischen Automobil- und Ölindustrie bei den Biokraftstoffen herbeizuführen.

Noch weiter reichende Möglichkeiten als bei den Kraftstoffen seien jedoch bei der Biomasse gegeben, stellte der Abgeordnete hervor. Zu ihr zählten vorrangig land- und forstwirtschaftliche Reststoffe (Holz, Stroh, Gülle). Es kämen aber auch sonstige organische Reststoffe, beispielsweise aus der Ernährungsindustrie, in Betracht. "Derzeit bestreitet die EU vier Prozent ihres Energieverbrauchs aus Biomasse,“ führte Böge aus. Bis 2020, so sehe der verabschiedete Parlamentsbericht vor, solle dieser Anteil auf 25 Prozent erhöht werden. „Für Schleswig-Holstein bieten sich hier gute Möglichkeiten. Das derzeit nutzbare Biomasseaufkommen beträgt knapp 13 Prozent des heutigen Primärenergieverbrauchs. Damit könnte schon heute etwa die Hälfte des Wohnungsbestandes im Land mit Heizungsenergie aus Biomasse versorgt werden,“ so der Europaabgeordnete.

Die Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung dürfe jedoch nur ergänzendes Ziel der landwirtschaftlichen Produktion sein. Der CDU-Europaabgeordnete betonte, dass die sich ständig verteuernden, endlichen fossilen Energieträger in zunehmendem Maße auch durch Biomasse substituiert werden müssten. Hierbei müssten alle Chancen für die Energiegewinnung aus Biomasse genutzt werden. Auch die energetische Verwertung von Getreide sei kein Tabu. "Hauptziel unserer landwirtschaftlichen Produktion muss die Herstellung von hochwertigen Nahrungsmitteln bleiben, bei schnellstmöglichem Wegfall der Flächenstilllegung ", erklärte Böge dazu abschließend.