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Do 26.10.2006

Binnenschifffahrt: Europäisches Parlament ergreift die Initiative

Das Europäische Parlament will der zunehmenden Überlastung und den Kapazitätsengpässen im europäischen Verkehrssystem durch eine Stärkung der Binnenschifffahrt entgegentreten. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Europaabgeordneten Reimer Böge (CDU) hat das Europäische Parlament hierzu einen Initiativbericht verabschiedet.

Wie Böge weiter erläuterte, solle sich das integrierte europäische Aktionsprogramm "NAIADES" (Navigation and inland waterway action and development in Europe) auf drei Punkte konzentrieren, die helfen sollen, die freien Kapazitäten auf Europas Wasserstraßen besser zu nutzen.

Erster Aspekt, so Böge, sollte ein vereinfachter Zugang zu Finanzmitteln und Risikokapital für Unternehmensneugründungen sein. "Die Branche der Binnenschifffahrt besteht hauptsächlich aus kleinen und mittleren Unternehmen, denen die EU durch eine verbesserte Informationspolitik über die Finanzierungsmöglichkeiten eine Hilfestellung bieten muss," forderte der Europaabgeordnete.

Ein zweiter Gesichtspunkt sei die Verbesserung der Infrastruktur. Besonders bei den Wasserstraßen in Ost- und Mitteleuropa bestünde erheblicher Verbesserungsbedarf, da viele nur mangelhaft ausgebaut seien und sich nicht auf dem aktuellen Stand der Technik befänden.

Der dritte in "NAIADES" manifestierte Aspekt, so Böge, sei der Umweltschutz. Hierbei verlange das Aktionsprogramm ab 2007 strengere Emissionsgrenzwerte für schwefelhaltige Schiffstreibstoffe. Außerdem sollen Anreize für umweltfreundliche und verbrauchsgünstige Motoren geschaffen werden.

"Mit rund 43.000 Schiffspassagen im Jahr 2006 hat der Nord-Ostseekanal seinen Ruf als meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt verteidigt", so Reimer Böge. Langfristig sollte sich die schleswig-holsteinische Verkehrspolitik als Kombination verschiedener Transportmöglichkeiten verstehen. "Die verschiedenen Arten des Güterverkehrs, sei es auf der Schiene, Straße oder auf dem Wasser, sollten einander ergänzen und nicht konkurrieren. Das gilt auch für unsere schleswig-holsteinischen Häfen", so der CDU-Europaabgeordnete abschließend.